Statement des Stadtsportbundes Herne

Parkgebühren im Gysenberg: Ehrenamt, Sport und Kultur dürfen nicht die Verlierer sein.

Der Stadtsportbund Herne betrachtet die geplante Einführung von Parkgebühren im Revierpark Gysenberg mit großer Sorge.

Der Gysenberg ist weit mehr als ein Parkplatz oder ein Freizeitgelände. Er ist ein Ort der Begegnung, des Sports, der Gesundheit, der Kultur und des ehrenamtlichen Engagements. Genau für diesen Zweck wurden die Revierparks vor mehr als 50 Jahren geschaffen: als frei zugängliche Naherholungsräume für alle Menschen, unabhängig von Einkommen und sozialem Status. Die Revierparks sollten bewusst Freizeit, Erholung und Bewegung ermöglichen, ohne zusätzliche Zugangshürden zu schaffen.

Die nun geplanten Parkgebühren treffen insbesondere jene Menschen, die sich Woche für Woche freiwillig für die Gemeinschaft engagieren. Trainerinnen und Trainer, Übungsleitende, Vereinsvorstände, Wettkampfhelfer, Schiedsrichter und zahlreiche weitere Ehrenamtliche investieren bereits unentgeltlich einen erheblichen Teil ihrer Freizeit für das Gemeinwohl. Es sendet aus unserer Sicht das falsche Signal, wenn diese Menschen künftig dafür bezahlen sollen, ihre ehrenamtliche Tätigkeit ausüben zu können.

Betroffen sind unter anderem Vereine wie der BV Pool 2000 Herne, der Herner EV sowie viele weitere Nutzer der Sportstätten im Gysenberg. Die zusätzlichen Kosten entstehen nicht nur für Mitglieder, sondern auch für Gastmannschaften, Zuschauer und Helfer bei Wettkämpfen und Veranstaltungen. Gerade der organisierte Sport lebt jedoch von niedrigschwelliger Teilhabe und freiwilligem Engagement.

Besonders kritisch sehen wir auch die Auswirkungen auf Angebote wie „Sport im Park“. Dieses Programm verfolgt bewusst das Ziel, Menschen unkompliziert und ohne große Hürden zu Bewegung und Gesundheit zu motivieren. Zusätzliche Parkkosten stehen diesem Ansatz entgegen und erschweren die Teilhabe insbesondere für Familien, ältere Menschen und Personen mit geringem Einkommen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage der Fairness gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. Die Revierparks werden bereits über öffentliche Mittel finanziert. Viele Menschen empfinden zusätzliche Parkgebühren daher als eine doppelte finanzielle Belastung, da sie die Infrastruktur bereits über ihre Steuern mittragen.

Sorge bereitet uns außerdem die Situation des erst kürzlich im Gysenberg angesiedelten Revue Palast Ruhr. Kulturveranstaltungen leben von attraktiven Rahmenbedingungen für Besucherinnen und Besucher. Zusätzliche Kosten können die Hemmschwelle für Besuche erhöhen und damit den erfolgreichen Aufbau eines neuen kulturellen Angebots erschweren.

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